woman@work Workshop für geflüchtete Frauen

Info-Abend am 24.01.2019 um 17 Uhr im Club Perchtoldsdorf
Beatrixgasse (neben Spitalskirche)

Unsere Workshop-Reihe startet im Februar von neuem. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, zu unserem Info-Abend zu kommen. Titel: „Ich möchte in Österreich arbeiten – aber wie finde ich einen Job? Was brauche ich, um mich für einen Job zu bewerben, und welche Möglichkeiten gibt es, um eine Ausbildung zu machen?“

Was ist Women@Work?

Ein Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt ist nicht immer leicht. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen sehr gerne Orientierung und Unterstützung bieten, ein Fundament für Ihre Arbeits- oder Ausbildungssuche in der Zukunft zu bauen. In 4-5 Workshop Einheiten wollen wir dies gemeinsam mit Ihnen erarbeiten

Was ist mitzubringen?
Freude, Offenheit, 4 bis 5 freie Abende (Februar bis April), ein bisschen Zeit und Energie

Wer wird den Kurs leiten?
Lisa Kranebitter mit Barbara Ferraris und Karin List-Erhart

Anmeldung bitte per Email an: mitmachen@fluechtlingsnetzwerk.at

Ein Rückblick auf unseren Workshop im Sommer: „Meine berufliche Zukunft in Österreich“. 

Unter der Leitung von Lisa Kranebitter, Barbara Ferraris und Karin List-Erhart fand von Juni bis August ein Workshop mit geflüchteten Frauen statt. 
Ziel des 4-teiligen Seminars war die Erarbeitung eines persönlichen Plans für ihren beruflichen Einstieg in Österreich: Welche Ausbildungsmöglichkeiten bestehen, was möchte ich erreichen, wie bewerbe ich mich richtig? 

Eine berufliche Zukunft in Österreich. Arbeit verbindet die Aussicht auf Verbesserung der finanziellen Situation, auf Reduzierung der Abhängigkeit von externer Unterstützung mit einer schrittweisen Rückkehr in die Normalität. Ein geregeltes Arbeitsverhältnis für geflüchtete Frauen steht aber auch für Stärkung des Selbstwerts, der Eigenverantwortung. Es steht für eine Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung innerhalb der Familie und Gesellschaft sowie eine Konfrontation mit den eigenen Sehnsüchten, Bedürfnissen und Hoffnungen.

Hoffen auf eine erfolgreiche Integration am Arbeitsmarkt. Das tun viele geflüchtete Frauen. Dana ist eine von ihnen. Und um ihr Ziel „Berufstätigkeit“ zu erreichen, hat sie zusammen mit weiteren Interessierten an dem „woman@work“-Kurs vom Flüchtlingsnetzwerk Perchtoldsdorf teilgenommen. Jetzt hat sie sich dazu bereit erklärt, uns von ihren Erkenntnissen zu erzählen.

Vor 4 ½ Jahren ist die heute 32-Jährige mit ihrem Mann und den 3 Kindern (9 Jahre, 7 Jahre und 18 Monate) aus ihrer Heimat Syrien geflohen und lebt jetzt in einer Gemeindewohnung im Bezirk Liesing. Der Erstkontakt zum Flüchtlingsnetzwerk erfolgte über die Teilnahme an einem Deutschkurs. Seitdem kommt Dana regelmäßig zum Frauencafé, engagiert sich bei Veranstaltungen des Netzwerks, ist dankbar für das breite Angebot und die ihr zu Teil werdende Unterstützung.

Ihre Deutschkenntnisse entsprechen aufgrund ihrer Disziplin und Entschlossenheit bereits nach kurzer Zeit dem fortgeschrittenen Sprachniveau B2, der vierten Stufe auf der sechsstufigen Kompetenzskala des „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen“.
„Ohne Deutsch kann man in Österreich kaum etwas machen. Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zu allem. Und man muss immer ein Ziel vor Augen haben, daran festhalten, mutig sein. Alles gut planen. Das sind zwei der wichtigsten Punkte, die ich aus dem Workshop mitnehmen konnte“, erzählt Dana bei unserem Treffen.
Was denn ihre Ziele seien, wollen wir wissen. „Mein Mann arbeitet aktuell nur in Teilzeit. Eine Vollzeitstelle zu finden, wäre wichtig. Und ich möchte sehr gerne wieder arbeiten. Nicht nur, um unsere finanzielle Situation zu verbessern. Sondern auch, um ein Vorbild für meine Kinder zu sein. Ich liebe meine Kinder. Meine Familie ist für mich das Wichtigste auf der Welt. Aber ich will nicht nur Hausfrau sein. Ich möchte etwas bewegen, mich weiterentwickeln und beweisen. Am liebsten würde ich wieder in einer Bank arbeiten, arabisch- oder englisch-sprachige Kunden betreuen.“

In Syrien hat Dana in Mindestzeit Wirtschaft studiert, neben ihrem Studium Mathematik unterrichtet, ein Jahr in einer Bank im Finanzbereich gearbeitet. Dann folgten Karenz, Krieg und die Flucht nach Österreich.
„Noch wichtiger als die Art der Aufgabe und die Höhe des Gehalts sind für mich aber Arbeitsklima und Atmosphäre.“ Dana schweigt, legt ihre Hand aufs Herz. „Ich muss mich wohl fühlen und gerne in die Arbeit gehen. Es ist nicht einfach, als Fremde in einer anderen Kultur zu leben. Man sollte unterschiedliche Gewohnheiten, Bräuche und Religionen gegenseitig respektieren, Verständnis füreinander zeigen, offen für Neues sein. Darüber haben wir uns viel im Kurs unterhalten.“

Nach Möglichkeit würde die Familie sehr gerne in Österreich bleiben. Die Kinder lieben das Land, sprechen fast perfekt Deutsch, sind laut Aussagen der Lehrer ausgezeichnete Schüler. „Mein Sohn redet mit mir oft über die Bombenangriffe in Syrien. Er hat große Angst davor, zurückkehren zu müssen. In Österreich erlebt er Sicherheit. Österreich empfindet er als seine Heimat.“

„Welches Thema hat dir im Workshop am besten gefallen, was bleibt dir in Erinnerung?“ „Am meisten erstaunt haben mich die Unterschiede der gesetzlich geregelten Arbeitsbedingungen wie Versicherungsanspruch, Steuern, Urlaubsgeld, Karenzanspruch. In Syrien haben wir z.B. viel weniger Urlaub, zahlen aber auch weniger Steuern. Insgesamt ist das System in Österreich aber weitaus besser. Die Wertschätzung den Angestellten gegenüber scheint hier um einiges höher zu sein. Sehr gut gefallen hat mir auch das gemeinsame Erarbeiten unseres Lebenslaufes und eines Motivationsschreibens im Kurs.“

Beworben hat sich Dana mit ihrem neuen Lebenslauf auch schon. Für eine Stelle bei der Caritas. Eine Zusage hat sie leider nicht bekommen. Noch nicht. Denn eines wird die junge Frau keinesfalls: Aufhören für ihr Ziel zu kämpfen – den beruflichen Einstieg in Österreich.

„Was ich noch sagen möchte: Die Kursleiterinnen Lisa, Barbara und Karin waren so unglaublich nett und geduldig, haben uns alles genau erklärt, bei jeder Frage unterstützt. Ich konnte so viel Neues lernen. Ich möchte ihnen und dem Flüchtlingsnetzwerk Perchtoldsdorf von ganzem Herzen danken.“

 

Das Programm im Detail

 

 

 

 

P.S. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt durch eine Spendenaktion des rein weiblichen Ensembles der Perchtoldsdorfer Sommerspiele. An dieser Stelle noch einmal: Herzlichen Dank an die Schauspielerinnen, Intendant Michael Sturminger und das Premierenpublikum!

 



 

1 Comments

  1. Das ist eine tolle Sache. Es ist schön, solche Erfolgsgeschichten zu hören, von Frauen, die aus ihren Ländern flüchten mussten und es schafften hier eine Arbeit zu finden und glücklich zu werden.

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